Die Familienkrankenversicherung – Unser Ratgeber für Familien

glückliche familie

Versichern Sie Ihre Familie und sorgen Sie damit vor!

In Deutschland ist jeder Einwohner verpflichtet, sich krankenversichern zu lassen. Die Versicherungspflicht gilt seit dem Jahr 2007 für alle, die der gesetzlichen Versicherung zuzurechnen sind. Kassen dürfen keine Antragsteller ablehnen – aktuelle Kriterien sind kein Ausschlussgrund. Etwa 90 % der Deutschen, also rund 70 Millionen Menschen, sind in der gesetzlichen Kasse versichert. Aktuell gibt es 134 gesetzliche Krankenkassen (Stand 2013), die ähnliche Leistungen anbieten, da 95 % der Leistungen gesetzlich festgeschrieben sind. Einige Krankenkassen sind bundesweit geöffnet, während wieder andere nur in bestimmten Bundesländern agieren.

Deutsche Bundesbürger können ab einem Einkommen von 51.000 Euro pro Jahr wählen, ob Sie lieber privat oder gesetzlich versichert sein möchten. Wer eine Familie hat, wo nur ein Ehepartner erwerbstätig ist, sollte sich wohl eher für die gesetzliche Krankenkasse entscheiden, da dort Ehegatte bzw. Lebenspartner und Kinder bis zu maximal 25 Jahren mitversichert werden können. In der PKV ist dies nicht möglich, dort müssen für Familienmitglieder eigene Prämien bezahlt werden – wenn die Mitversicherung von Kindern auch günstiger ist.


Die kostenlose Mitversicherung von Familienmitgliedern sieht sich seit einigen Jahren vermehrter Kritik ausgesetzt. Sie wurde als „Herdprämie“ bezeichnet, die Familien gegenüber Alleinstehenden und arbeitenden Ehepartnern benachteilige. Singles und Kinderlose müssen auch für Familien bezahlen – eine unhaltbare Situation, so die Meinung Wirtschaftsliberaler aus dem konservativen Flügel. Die SPD konterte, dass von der Wirtschaft faire Mindestlöhne gefordert wären, um die gesetzliche Krankenkasse zu entlasten. Die kostenlose Mitversicherung von Kindern und Ehegatten unterstützte die Familien, die grundsätzlich schon mit zahlreichen Mehrausgaben zu kämpfen hätten.

Kinder, Ehepartner und eingetragene Lebenspartner eines eingetragenen Mitglieds sind dann mitversichert, wenn sie kein eigenes Einkommen vorweisen können, das aktuell 390 bzw. 450 Euro pro Monat übersteigt. Ob die Kinder gratis mitversichert werden können, wenn nur ein Ehepartner pflichtversichert ist, hängt vom Einkommen ab. Wie sich Besserverdienende versichern könne, wer wann wie versichert ist – unser Ratgeber beantwortet alle Fragen rund um das Thema Familienkrankenversicherung in Deutschland.

Mehr im PDF des Bundesgesundheitsministeriumshttps://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/fa_redaktion_bak/pdf_publikationen/BMG-P-07031-Ratgeber-Zur-Gesetzlichen-Krankenversicherung_201008.pdf

Was ist die Familienkrankenversicherung?

familie mit arzt

Dem Krankenhaus den Schrecken nehmen ist das Ziel vieler engagierter Ärzte

Unter Familienversicherung wird in Deutschland die beitragsfreie Mitversicherung von Angehörigen der Familie verstanden. Die Familienangehörigen werden in der gesetzlichen Krankenversicherung der Pflicht- und freiwilligen Mitglieder mitversichert. Unter Familienangehörigen fallen der Ehegatte, der eingetragene Lebenspartner und die angenommenen Kinder. Stiefkinder und Enkel sind mit den leiblichen Kindern gleichgestellt, wenn Sie mit dem Versicherten im selben Haushalt leben und der Großteil des Lebensunterhaltes von jenem Mitglied, also den Großeltern oder den Stiefeltern bestritten wird. Auch die Kinder von familienversicherten Kindern sind mitversichert.

Ähnlich verhält es sich bei der Familienunfallversicherung, die wir für Sie in einem eigenen Ratgeber durchleuchtet haben.

Wann greift die Familienversicherung?

  • wenn der Partner des Ehegatten bzw. ein Elternteil (oder Stiefeltern, Großelten oder sonstiger Vormund) des Kindes Pflichtmitglied oder freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung ist
  • wenn der mitzuversichernde Familienangehörige (Ehepartner, Kind) seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort in der Bundesrepublik hat. Der Lebensmittelpunkt muss in Deutschland sein und bei einem längeren Auslandsaufenthalt muss die Absicht erkennbar sein, dass der Mitzuversichernde wieder nach Deutschland zurückkehrt
  • das mitzuversichernde Familienmitglied darf nicht schon selbst Pflichtmitglied in der Krankenkasse sein (keine Beschäftigung mit über 450 Euro Einkommen pro Monat, Rentner, Azubi etc.)
  • das mitzuversichernde Familienmitglied darf nicht versicherungsfrei sein (Beamter höchster Laufbahn)
  • bei Mutterschaft endet die Versicherungsfreiheit mit dem Wegfall des bisherigen Arbeitsentgeltes
  • bei Beamten, die während ihrer Erwerbstätigkeit versicherungsfrei waren, bleibt der „Beamtenstatus“ auch während der Elternzeit bestehen. Sie können sich nicht familienversichern.
  • Freiberufler und Selbständige können nur dann in die Familienversicherung, wenn sie ihre Tätigkeit nicht im Hauptberuf ausüben, das heißt, sie dürfen weniger als 18 Stunden die Woche für diese freiberufliche Tätigkeit aufwenden
  • das Gesamteinkommen des Familienangehörigen darf 385 Euro pro Monat nicht übersteigen. Falls ein Minijob erledigt wird, liegt die Grenze bei 450 Euro. Die Verdienstgrenze darf zwei Monate aufeinander überschritten werden. Zum Einkommen werden Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung und aus Kapitalvermögen hinzugezählt.

Wie lange können Kinder in der Krankenversicherung mitversichert sein?

kind spielt doktor

Kinder können in der Familienkrankenversicherung mitversichert werden

Es gibt diverse Altersgrenzen, die bei der Familienversicherung von Kindern greifen:

  • grundsätzlich können Kinder bis zur Volljährigkeit mitversichert werden
  • wenn das Kind nicht erwerbstätig, dann kann die Versicherung bis zum 23. Lebensjahr weitergeführt werden. Unter  erwerbstätig fällt jede Tätigkeit  mit Einnahmen über 450 Euro im Monat
  • befindet sich das Kind im Studium oder in Berufsausbildung kann der Jugendliche bis zum vollendeten 25. Lebensjahr familienversichert bleiben. Wird die Ausbildung durch Wehrpflicht oder Zivildienst unterbrochen, greift die Familienversicherung auch noch nach dem 25. Lebensjahr.
  • Kinder mit einer Behinderung sind ohne Altersgrenze mitversichert, wenn das Kind nicht in der Lage ist, sich selbst zu erhalten

(Quelle: http://www.krankenkassen.net/gesetzliche-krankenversicherung/freiwillige-krankenversicherung/familienmitversicherung-freiwillige-gkv.html)

Wann sind Kinder nicht durch die Familienversicherung abgesichert?

Auch wenn die vorhergehenden Kriterien alle erfüllt werden, gibt es Konstellationen, durch die Kinder von der Familienversicherung ausgeschlossen sind. Dies ist beispielsweise dann der Fall:

  • wenn nicht beide Eheleute in der gesetzlichen Kasse sind, z.B. wenn einer der beiden privat krankenversichert ist und dessen Gesamteinkommen (Arbeitsentgelt, Einkommens aus Kapitalvermögen oder Immobilien) 4.237,50 Euro pro Monat regelmäßig übersteigt und höher als das Einkommen des gesetzlich versicherten Ehegatten ist.
  • wenn die Lebenspartner bei Beginn der Mutterschutzfrist nicht gesetzlich versichert waren

Was ist, wenn ich mit meiner Krankenkasse nicht zufrieden bin?

Sie sind alles andere als begeistert von dem Service ihrer Kasse? Leistungen, die Sie für äußerst wichtig erachten, werden nicht angeboten zw. erstattet? Dann können Sie einen Wechsel ins Auge fassen. Kein Mitglied ist gezwungen, bei einer bestimmten Kasse zu bleiben. Ein Wechsel ist relativ unkompliziert, nur sollten sich Versicherungsnehmer bewusst sein, dass 95 % der Leistungen aller Kassen dieselben sind. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate, wer also Ende Februar kündigt, kommt am 1. Mai zu einer neuen Kasse. Die gesetzliche Kasse muss im dem Bundesland geöffnet sein, in dem der Versicherte wohnt. Der Versicherte hat ein Sonderkündigungsrecht, wenn die Kasse Zusatzbeiträge einheben will. Sie können kündigen, bevor dieser Beitrag eingehoben wird. Die Kündigung muss schriftlich erfolgen, Versicherungsnummer und Kündigungstermin müssen angegeben werden.  (Mehr: http://www.test.de/Private-Krankenversicherung-Wenn-wechseln-dann-jetzt-4447793-0/)

Was kann ich tun, wenn die Krankenkasse meine Behandlung nicht bezahlen will?

familie im krankenhaus

Beratung vor der Behandlung ist eine wichtige Aufgabe des Arztes

Sie sind gesetzlich versichert und doch weigert sich die Krankenkasse, Ihr Hörgerät zu bezahlen? Es gibt immer wieder Streitfälle über die zu zahlenden Leistungen der Kasse. Wenn Sie eine Entscheidung Ihrer Krankenkasse gar nicht gut finden, haben Sie die Möglichkeit Wiederspruch einzulegen. Versicherte können bis zu vier Wochen nach Ablehnung der Zahlung formlosen Widerspruch einlegen. Schildern Sie, warum Sie die Entscheidung nicht richtig finden – lassen Sie sich von Arzt oder Pflegedienst bei der Argumentation helfen. Wird der Widerspruch abgelehnt, kann der Versicherte das Sozialgericht berufen.

Innerhalb von drei  Monaten nach Widerspruch gegen einen Ablehnungsbescheid muss sich die Krankenkasse mit einer Entscheidung melden, ansonsten kann der Versicherte beim Sozialgericht Untätigkeitsklage einreichen. Einige Rechtsschutzversicherungen decken übrigens auch den Widerspruch gegen Ablehnungsbescheide der Krankenkasse mit ab.

Wo sind die Regelungen zur Familienkrankenversicherung festgeschrieben?

Die Regelungen zur Familien Krankenversicherung sind im Fünften Buch  des Sozialgesetzbuches im Abschnitt Gesetzliche Krankenversicherung (SGB V) geregelt. Zuletzt wurde die Regelung durch Art. 2 G v. 20.2.2013 I 277 geändert. (Link: http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/1.html)

Lohnt sich die private Krankenversicherung?

mutter krankes kind

Gerade bei kranken Kindern sind Eltern besorgt

Die lohnt sich vor allem dann, wenn Versicherte Wert auf eine äußerst umfassende und optimale Versorgung zu idealen Bedingungen legen und dafür auch bereit sind, hohe Beiträge zu bezahlen.  Ab etwa 51.000 Euro Jahreseinkommen können sich Bürger auch für eine private Krankenversicherung entscheiden. Ob sich ein Wechsel lohnt, muss jeder für sich entscheiden – das hängt vor allem von der individuellen Familien- und Vermögenssituation ab. Sprechen Sie mit Ihrem Steuerberater, falls Sie einen Wechsel zur privaten Krankenversicherung ins Auge fassen.

Fest steht allerdings dass die Beiträge im Laufe der Jahre kräftig steigen – im Schnitt um 5 % im Jahr. So können aus einer Beitragssumme von 100 Euro im Alter von 30 Jahren fünfzig Jahre später schon mal 1000 Euro werden. Ein Wechsel ist also nur jenen zu empfehlen, die auch im hohen Alter attraktive Einkommensquellen ihr Eigen nennen – also ein solides Vermögen besitzen.

Grundsätzlich gilt auch: Wer Familie hat, ist mit der gesetzlichen Krankenkasse weitaus besser dran. Kinder und Ehepartner sind unter bestimmten Voraussetzungen im gesetzlichen System kostenfrei mitversichert – bei der privaten Versicherung ist dies nicht so. Dort wird für jedes Familienmitglied eine Prämie berechnet. Auch der Datenschutz scheint in der GKV mehr Relevanz zu haben als in der PKV.

Wann muss ich mich versichern lassen?

Für die meisten stellt sich mit Anfang des 26. Lebensjahrs, also nach Vollendung der Ausbildung und des Studiums und mit Eintritt in das Berufsleben die Frage nach der Versicherung.  Ob die Versicherung noch zur eigenen Lebenssituation passt, sollte immer an den „Schnittstellen“ im Leben überprüft werden: Also wenn sich der Familienstatus ändert, wenn Nachwuchs angesagt ist oder eine Scheidung bevorsteht kann der Versicherungsstatus noch einmal gecheckt werden. Dann können, zumindest in der PKV, beispielsweise auch zusätzliche Leistungspakete gebucht werden.

Zahlt meine Krankenversicherung auch, wenn ich im Ausland erkranke?

Jein. Im Grunde gilt der Versicherungsschutz in allen Ländern der EU und in denjenigen Ländern, die ein Abkommen mit Deutschland geschlossen haben, z.B. die Türkei. Jedoch ist es nur die Notfallbehandlung, die von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt wird. Wer darauf besteht, sofort in sein Heimatland transportiert zu werden, bekommt die Kosten dafür normalerweise nicht erstattet. Grundsätzlich wird nur so viel erstattet, das dem Tarif in Deutschland entspricht. Wer in den USA zu einem teuren privaten Spezialisten gehen muss, weil es keine Alternative gibt, muss die Differenz aus eigener Tasche bezahlen.